Dr. Frank-Walter Steinmeier zum Bundesgewerkschaftstag der DJG

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Die Deutsche Justiz-Gewerkschaft ist seit über sechzig Jahren im Interesse der Beschäftigten der Justiz tätig. Sie übernimmt damit seit vielen Jahrzehnten die Vertretung einer ganz wichtigen Gruppe von Leistungsträgern in unserer Gesellschaft.

Mir gefällt Ihr Motto zum diesjährigen Gewerkschaftstag: „Deutsche Justiz Gewerkschaft – die Stimme der Justiz“. Oft wird als Stimme der Justiz nur der eigentliche Richterspruch verstanden. Dabei wird verkannt, dass es zum Richterspruch ohne die Arbeit der anderen Beschäftigten, von Justizangestellten, über Staatsanwälte, Gerichtsvollzieher bis hin zu Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der sozialen Dienste gar nicht kommen könnte.

Ich war selbst nach meinem Jurastudium im Rahmen des Rechtsreferendariats im Justizdienst tätig.

Es ist zwar schon eine Weile her, aber ich erinnere mich gut, dass schon damals die Richter ihre Aufgaben nur dank gut arbeitender Geschäftsstellen bewältigen konnten.

Und damals war die Justiz noch weniger belastet, als es heute der Fall ist.
Um dem Rechtsstaat zur Geltung zu verhelfen ist eben mehr als nur ein Richter erforderlich. Die Justiz ruht auf einem viel breiteren Fun- dament. Dass dieses nicht geschwächt werden darf, muss uns allen klar sein.

Mit immer weniger Beschäftigten können nicht immer mehr Leis- tungen für die Bürger erbracht werden. Statt Stellen abzubauen, gilt es, für ausreichende und quali’zierte Mitarbeiter gute Arbeitsbestimmungen zu schaen und zu erhalten. Ich bin froh, dass mit der Deutschen Justiz-Gewerkschaft eine starke Interessen- vertretung dafür eintritt.

Verschaffen Sie auch weiterhin der Stimme der Justiz Gehör!

Für Ihren Gewerkschaftstag wünsche ich viel Erfolg, fruchtbare Diskussionen und kluge Entscheidungen.

Artikelfoto © Susie Knoll/ Florian Jänicke

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